… und schon museumsreif

03. Februar 2010

Das ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) in Karlsruhe stellt in seinem Medienmuseum aus, was man vor 20 Jahren noch stolz als Pionierkäufer seinen altmodischen Freunden präsentierte oder auch vor erst 15 Jahren versucht hat, seinen Eltern zu erklären, womit man denn sein Geld verdient.

Nicht nur der C64 oder der Mac Plus wirken in ihrem Design vorsintflutlich, so als stammten sie mindestens aus den 60er Jahren und nicht von Mitte/Ende der 80er. Vergleicht man die 3D Grafik der Avatare mit heutigen, z.B. denen aus dem Film “Avatar”, ist auch hier ein extremer Qualitätsunterschied erkennbar, auch von Anfang des Jahrtausends, als ich selber im Bereich Echtzeit-3D-Animation tätig war.

Dennoch steckt zwischen den staubangesetzten Pixeln der Pioniergeist einer Zeit, die ich seit Anfang der 90er aktiv miterleben durfte, und die mit dem “New economie crash” eine schockartige Ernüchterung erfuhr. Isidor (Katholischer Schutzpatron der Internet-Nutzer und Computer-Programmierer) sei dieser Zeit seelig. So ist der Besuch besonders für ehemalige New Economie- Pioniere zu empfehlen, die gerne eine sentimentale Reise in die Vergangenheit unternehmen mögen.

Der Link zur Museums- Webseite: ZKM

zkmZeichnungen im ZKM Cafe erstellt

Der Duft der Einheit

20. November 2009

Banane, was sonst???

Ich fand es - verstörender Weise - beim Plus auf dem Wühltisch

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Vor allem der Text auf der Packung ist sehr speziell (Auszüge):

“Da vielen Arbeitern und Bauern das Aussehen der Banane nicht bekannt ist, kann das Duschbad mit dem typischem Duft als begehrtes Tauschobjekt dienen. Gegen 10 Dekorfliesen, 3 Flaschen Ketchup oder 2 Liter Obstsaft wurde es nach Erkenntnissen der Stasi schon hergegeben.

Aus aktuellem Anlass:

Die Bankenkrise in der kapitalistischen Welt konnte der DDR nichts anhaben. Die Zahl der Sandbänke, Gartenbänke und Datenbänke stieg sogar!
Auch die Samenbank ist weiterhin beliebt. Das Bankgeheimnis hat einen hohen Stellenwert bei uns: Niemand braucht zu beeiden, wo er zuletzt gesessen hat…

Ein Vorschlag von der Bestarbeiterin Renate Rutschfest: Man könnte Valuta für die Hauptstadt-Versorgung sparen, wenn statt echter Früchte Bananenfotos auf dem weihnachtlichen Gabentisch liegen. Die farbigen Bilder wurden gedruckt und eingestampft, als ein Parteisekretär bemerkte, dass Schwarz-Weiß-Bilder viel billiger seien. Auch diese Produktion wurde gestoppt, weil Devisen für Papier fehlten. Schließlich stellte man 17 Mio Teller mit der Aufschrift her: Hier liegt eine virtuelle Banane.

Wussten Sie eigentlich, dass die Banane auch “Affenkipferl” oder “Djungelgurke” genannt wird?
Durch die Ablehnung des Imports dieser mit rassistischen Vorurteilen bedachten Früchte konnte der Weltfrieden sicherer gemacht werden!…”

Natürlich riecht das Duschbad nach Banane und schäumt auch sehr stark …

Buch-Rezension: “Imperator im Damensattel”

01. November 2009

von Volker Remy

Das erste Daumenkino-Querblättern macht bereits Lust, sich auf das Buch einzulassen. So sollte ein Buch gestaltet sein. Das Auge liest schließlich mit! Der Text ist – wie nicht anders vom Autor zu erwarten – in gekonnten Ausdruckskreationen verfasst und macht Spaß zu lesen. Da steckt mehr in so manchen sich unscheinbar in den Zeilenfluss eingereihten, kleinen Sätzen und Begriffsloops.


Der ambitionierte Aufruf zu mehr Kreativität, der sich durch das Buch zieht, kann sicher nicht oft genug zwischen Textzeilen schallen, besonders im ausklingenden europäischen Jahr der Kreativität 2009.

Der Autor stellt eine Kreativtechnik vor, die eine Mischung aus Brainstorming und Reizworttechnik darstellt mit der Variation, dass die Reizwörter über ein vorheriges „Kamikaze-Lyrik“ - Gedichteschreiben generiert werden (wobei nicht klar ist, wer die zu beklagenden Kamikaze-Opfer sind), anstatt – wie üblich – z.B. aus dem Wörterbuch per Zufallsfaktor nach Reizwörtern zu suchen. Eine interessante Kombination zweier klassischer Kreativtechniken und eine Variation, bei der man den Spaß bei der Sache ohne viel Mühe erahnen kann.

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Was das Buch sicher nicht leistet, aber vermutlich auch nicht leisten will, ist eine fundiertere Auseinandersetzung mit Kreativität, wie sie seit ca. 60 Jahren in der Kreativitätsforschung betrieben wird (Man denke z.B. an Edward de Bono). So lassen sich auch einige Thesen des Autors infrage stellen, vor allem die, dass ein möglichst spontaner, sogar unsinniger Zugang die besten Ideen generiert. Bedient dies doch den zweifelhaften Mythos, dass kindlich-unschuldiges Wissens- und Erfahrungsvakuum die günstigste Voraussetzung für geniale Kreativität sei (Komisch, dass die Jahrhundertideen nicht von Kindern stammen). Als dieser Genie-Mythos modern war, glaubte man, das kreative Genie erhalte seine Botschaften direkt von Gott.

Heute müsste man sich fragen (vor allem, wenn man der modernen Gehirnforschung nicht abgeneigt ist, siehe unten), wo denn die genialen Ideen her kommen mögen, wenn sie nicht auf vorhandenes Wissen und Erfahrungen aufbauen. Schöpft man nicht aus Unsinn eher noch mehr Unsinn, neigt man nicht gerade in spontanen Situationen zu eingeübten Gewohnheiten und liegt hier nicht die Hauptfehlerquelle für die vielen halbgaren, aber krass kultigen Flops am Kunden vorbei?

Ebenso kann man den kleinen Ausflug in das evolutionspsychologisch begründete Neuromarketing hinterfragen. Mag ja sein, dass wir noch immer ebenso ticken wie unsere Vorfahren aus der Steinzeit. Dumm nur, dass wir kaum wissen, wie das damals so war und neuere archäologische Funde von Hochkulturstätten wie Göbekli Tepe unser Bild vom grunzendem Jäger und Sammler eher zur Revision nötigen. Auch damals hatte man also schon mehr Kultur, als den sabbernden Blick auf Schlüsselreize wie nahrungsversprechende Rippen. Es lohnt sich der ergänzende Blick auf andere Marktforschungs-Ansätze (z.B. die morphologische Marktforschung).

Als Fazit ist das neue Buch von Volker Remy ein gelungenes Buch, um die immer noch seelig Schlafenden aufzurütteln. Es spricht die Kernprobleme einer kreativen Branche auf eine unterhaltsam zu lesende Art an und trifft den richtigen eingeklemmten Nerv, wenn auch nur kurz angerissen. Führt das Buch – charmant provokant wie es daher kommt – dazu, dass sich Agenturen und Kreative näher mit den Themen Kreativität, Positionierung und Marktforschung auseinandersetzen, hat es eine wichtige Aufgabe erfüllt.

Das neue Buch von Volker Remy ist heute im Handel erschienen. Weitere Vorab-Rezensionen in Blogs:

http://volker-goebbels.de/2009/10/28/der-imperator-im-damens

http://www.buerohochweiss.de/2009/10/25/buchempfehlung-der-i

http://blog.diegebrauchsgrafiker.net/

http://www.ghostwriter-web.de/

Mieses, mieses Marketing

26. Oktober 2009

Zorno, Galerie des miesesten Marketings … Hier klicken!

Max Zorno nimmt schlechte Werbung / Markteingkampagnen auseinander …

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Ich habe sehr viel gelacht, z.B. über diese Formulierung:

“Wir lernen einen tollen Zungenbrecher: “IBM WebSphere Voice Server” Doch was mag er bedeuten?..”

oder das hier:

“Schon mal von “Taste Europe” gehört? Was mag unter diesem Motto vermarktet werden? Vielleicht ein Drückknopf irgendwo auf dem Kontinent?”

Viel Spaß beim Mit-Lästern über andere Leute miese Werbung!

Happy Birthyear, Barbie

26. Oktober 2009

Fast vergessen! In diesem Jahr wurde Barbie 50!

Am 9. März 1959 wurde die erste Mattel-Puppe auf der American Toy Fair in New York präsentiert (benannt nach der Tochter der Handlers).

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Ich weiß noch wie sehr ich die ein oder andere Freundin von mir bemitleidete, deren Eltern ihr nur eine “Petra” gegönnt hatten. Das war dieser Barbie-Verschnitt, der nicht einmal die Knie knicken konnte und beim Hinsetzen sofort die Beine … ach lassen wir das … Es klang lieblich wie auf Knorpel beißen, wenn man Babies Knie knickte.

Meine konnte sogar ein Glas halten und das seidig blonde Haar wachsen lass … sagte ich “seidig”? Das muss ich mit der Barbie meiner Schwester verwechselt haben. Schon damals hatte ich die Hausfrauenehre nicht erfunden und auch nicht den “Räum Barbie ordentlich ins Barbie-Köfferchen”- Anstand. Aus dem Seidenhaar war schnell ein unansehnliches Filzknäul geworden.  Diverse Friseur- und Nachschminkversuche (mit Filzstiften) später, hatte sie nicht an Attraktivität gewinnen lassen, im Gegenteil …

Eigentlich war Barbie doch sowieso blöd … eigentlich spielte ich viel lieber mit Autos und Legos und Bauernhof- Safari und Cowboy-Figürchen … und wenn meine Schwester mal außer Haus war, konnte ich ja ein bisschen mit ihrer Barbie … die ordenlich im Barbieköfferchen … so ordentlich musste sie auch wieder hinein …

Hauptsache man konnte nachweisen, dass man eine Babie hatte, eine echte und keine Petra … vielleicht sogar einen Ken, Barbies Grinsgesicht-Lover, oder ein Barbiepferd? Das Barbiehaus und Barbiewohnmobil kam später. Da war meine Barbiezeit schon vorbei.

Na denn, herzlichen Glückwunsch, Barbie!

Xingedindingdong - neue Xing-Gruppe

26. Oktober 2009

xinggruppe

Das Thema der Gruppe ist:

Bildwissenschaft / Kunst / Kulturwissenschaft.

Es geht um Diskussionen rund um die recht neue Bildwissenschaft, als Folge des sogenannten “iconic turn“. Ebenso wird über Kunst diskutiert, aber auch allgemeinere Themen zur Kulturwissenschaft sind willkommen.
Der Linkt zur Gruppe: https://www.xing.com/net/bildwissenschaft

Die Themen sind (Auszug):

Bildwissenschaft und Kunst

Kunst kann man als bildwissenschaftliche Methode der Weltbetrachtung auffassen.

Bilderflut und Medien

Erst durch die Medien sind die Massen an (künstlichen) Bildern in die Kultur getreten. Also ist die Bilddiskussion auch immer eine Mediendiskussion.

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Bild und Kreativität

Aus eigenem Interesse an Kreativitätsforschung geht es hier um Themen, die mit der Förderung der Kreativität und mit bildhaften Kreativmethoden zutun haben.

Bild der Wirtschaft

Bildwissenschaft trifft Wirtschaft. Themen zu Werbe- und Produktdesign, Unternehmens-Image, Marktforschung mit Bildern und Beratungsmethoden mit Bildern, etc.

Bild des Menschen

Der anthropologische Aspekt der Bildwissenschaft beleuchtet die Eigenart des Menschen, sich Bilder zu machen. Auch für Psychologisches soll hier Platz sein, z.B. Kunsttherapie oder ähnliches.

Bild der Zukunft

Beim Thema Bild dürfen auch die Zukunftsvisionen nicht fehlen, sodass dieses Forum den Zukunftsbildern, also Utopien / Dystopien und Science Fiction gewidmet werden soll.

Interessierte sind herzlich zum Mitdiskutieren eingeladen!

Cthulhu!!!

19. August 2009

Nicht alle Stofftiere sind niedlich oder kuschelig. Das hier ist es nicht:

Wer gerne H.G. Lovecraft liest, in der Larp-Scene zuhause ist, Computerfreak genug ist, um “user friendly” - Witze zu verstehen oder gerne Futurama schaut und Professor Zoiberg kennt, der ist diesem Wesen namens Cthulhu schon einmal begegnet. Wer sind diese Wesen? Sie sind laut Lovecraft die ersten gottähnlichen intelligenten Wesen, die auf der Erde lebten (und sich heute noch vereinzelt in der Antarktis aufhalten). Eine leichte Ähnlichkeit mit dem fliegendem Spaghettimonster (siehe unten) ist nicht zu verkennen, also ein starkes Indiz, dass es sich hier nicht etwa nur um einen Mythos handelt …

In bestimmten oben benannten Szenen hat Cthulhu inzwischen Kultstatus.
Auch ich beherberge so ein Wesen, siehe oben, das als Erbstück zu mir kam (Ich hatte Mitleid, denn wäre es beim roten Kreuz gelandet, hätte sich sicher kein Kind erbarmt, das unkuschelige Kuscheltier lieb zu haben) und - wie ich denke artgerecht - bewacht es meinen Router.

In Geschichten verstrickt

19. August 2009

Der Mensch ist seine Geschichte, sagt der Autor Schapp

Das Buch ist zwar nicht mehr das Aktuellste, die Denkweise darüber, was uns als Menschen, also unsere sog. Identität ausmacht, ist aber m.E. ungewöhnlich und somit sehr interessant.
Das Sein des Menschen besteht, laut des Phänomenologen und Schülers von Simmel, Dilthey und Husserl, lediglich aus den Geschichten, in die ein Mensch verstrickt ist. Es gibt keine irgendwie geartete Substanz, sondern jeder Mensch in eine Erzählung, die sich mit anderen Erzählungen durchkreuzt.

“Die Geschichte steht für den Mann [Mensch]. Sie verlängert oder vertieft sich gleichsam ohne unser Zutun ja nach dem Gewicht, welches ihr innewohnt, in den Mann [Mensch] hinein. Wir wissen auch, dass der Zugang zu dem Mann, zu den Menschen, nur über Geschichten, nur über seine Geschichten erfolgt und dass auch das leibliche Auftauchen des Menschen nur ein Auftauchen seiner Geschichte ist, dass etwa sein Anlitz, sein Gesicht, auch auf eigene Art Geschichten erzählt und das der Leib nur für uns insofern Leib ist, als er Geschichten erzählt oder, was dasselbe wäre, Geschichten verdeckt oder zu verdecken versucht.”

Die geschaffenen Dinge des Menschen, die uns umgeben, nennt Schapp “Wozudinge”. Das Wozuding kann mit keiner Kraftanstrengung wieder zu einem natürlichem Ding zurückgedrängt werden.
Gewöhnungsbedürftig wie interessant ist diese radikale Sichtweise, die Menschen aus ihrer Lebensgeschichte definiert, sie erst durch diese Geschichte überhaupt entstehen und werden lässt. Das Buch wird heute gerne im Zusammenhang mit dem modernem “storytelling” gebracht, auch wenn es mit dieser Mode nicht zutun hat.

Mein Urteil: Ich fand diese narrative Sichtweise der Existenz spannend und sie war für mich in dieser Form neu, also eines der Bücher, die mir neue Erkenntnisse beschert haben. Auch wenn die Sprache ein wenig altbacken wirkt und somit etwas mühsam zu lesen, lohnt es sich auf jeden Fall!

Ein Link zur  Wilhelm Schapp Forschung

Total Kurioses

08. August 2009

Sammelt und bietet der Blog: www.curiosum.org

  • Froschsalat
  • Angeber-Grill
  • Kürbis-Kanone
  • Riesenquallen

und vieles mehr …

und auch einen guten Geschmack, was die Farbwahl betrifft ;-)))

Yes, man!!!

06. August 2009

Wie sagt man noch gleich? Es gibt nicht die falsche Klimakatastrophe nur die falsche Kleidung …
Oder: Alle reden von der Klimakatastrophe. Wir nicht, denn mit diesen Anzügen ist das menschliche Überleben auch in noch so unwirtlich verseuchtem Erdenreich garantiert (Alle Hoffnung liegt bei den Piraten! siehe unten).

Echt jetzt? Ernst gemeint?

Erstaunlicher Weise werden sie immer wieder ernst genommen, das Künstler-Duo namens “The Yes men”, das bereits vielen einen sarkastischen Streich gespielt hat, angefangen mit den Fake- WTO-Webseiten, aufgrund dessen sie als angeblich echte Vertreter der WTO zu Fernsehinterviews eingeladen wurden. Der Dokufilm: “The Yes men fix the world” zeigt die interessantesten Aktionen und lohnt sich! (bisher allerdings nur in Englisch).  Auf Youtube

Letztes Jahr machten sie mit einem Fake-Exemplar der New York Times Schlagzeilen, eine Ausgabe aus der Zukunft mit ausschließlich utopisch positiven Nachrichten: Spon-Artikel

Hier noch ein informativer Bericht über die Yes men (in deutsch): Artikel